Mario Krüger MdL

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08.08.2010: Der Pleckenbrinksee in Wickede

Vom Maisacker zum Naturschutzgebiet: Der Pleckenbrinksee in Wickede
(siehe auch NABU Dortmund http://www.nabu-dortmund.de/)


Feuchtgebiet Pleckenbrinksee im Dortmunder Osten, entstanden durch eine nicht funktionierende DrainageleitungSeit 2008 rückt ein Maisacker in Wickede im Mittelpunkt des naturkundliche Interesses. Hier brüten Flussregenpfeifer und Zwergtauchen, schwimmen Kolben- und Schellenten, fliegen Sturmmöven und Trauerseeschwalben und an den Ufern rasten Grünschenkel, Waldwasserläufer und Kampfläufer, während gleichzeitig ein Wanderfalke Libellen und Mehlschwalben jagt.

Nun hat ein Maisacker im Normalfall keine Ufer und es schwimmen auch keine Enten darauf herum. Was ist geschehen? Bei den Maisacker handelt es sich um ein 80 Jahre altes Bergsenkungsgebiet, das seither durch Drainagen und eine Pumpe entwässert wurde. Im Herbst 2007 wurde offenbar die Drainage beschädigt und die Pumpe fiel aus. Dadurch entstand in kürzester Zeit ein von Grund- und Regenwasser gespeistes Gewässer, welches sofort von Vögeln, inzwischen aber auch von Teichfröschen, Bergmolchen, Libellen und vielen anderen Wasserinsekten genutzt wird. Seit Anfang des Jahres 2008 sammelt der NABU Dortmund Daten über das Gebiet, was in unmittelbarer Nachbarschaft zum Naturschutzgebiet Wickeder Ostholz liegt. In einem Jahr konnten hier über 100 Vogelarten nachgewiesen werden, davon viele Arten der Roten Liste. In der nächsten Umgebung brüten u.a. Habicht, Kiebitz, Steinkauz, Hohltaube und Grünspecht. Dies weist das Gebiet als unbedingt erhaltenswert und schutzwürdig aus.

Becher-Azurjungfer bei der EiablageDieser Landschaftsraum ist durch die Fortführung der Landesstraße L 663n von Asseln nach Unna nördlich der Ortslage Wickede bedroht. Die Straße – besser bekannt unter dem Namen OW IIIa - soll als Umgehungsstraße den Hellweg entlasten, würde aber nicht nur das NSG Wickeder Ostholz mit seiner Fauna und Flora, sondern auch ein wichtiges Naherholungsgebiet zerschneiden und verlärmen.

W
eitere Belastungen für den Naturhaushalt ergeben sich durch die geplanten Wohnbauflächen zur "Auffüllung" zwischen OW IIIa und den Ortsteilen Asseln und Wickede (z.B. Ausdehnung des Wohnparks Wickede in einen geschützten Wiesen-/Heckenbereich).

Hintergrund:
Bergsenkungsweiher entstehen als Folge des Steinkohlenbergbaus, wenn die Oberfläche unter den Grundwasserspiegel absinkt. Beispiele in den Dortmund sind in den Naturschutzgebieten Hallerey, Mastbruch und Beerenbruch zu finden. Da in Dortmund seit über 20 Jahren keine Kohle mehr abgebaut wird, entstehen auch keine neue Bergsenkungsgebiete mehr. Für den Schutz des Plettenbrinksees setzt sich neben dem NABU auch der BUND und die anderen Naturschutzverbände sowie das Umweltamt ein.

Derzeitiger Sachstand:
Die Unterschutzstellung des Pleckenbrinksees ist zwischenzeitlich verwaltungsintern erfolgt. Eine entsprechende Beschlussvorlage wird im Herbst 2010 in den politischen Gremien diskutiert. Auszuräumen waren Probleme des Grundstückseigentümers (Minderung der Pachteinnahmen aus der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung). Inwieweit ein Ankauf des Geländes durch die Stadt erfolgen kann, wird derzeit geprüft.

 

Weitere Informationen finden Sie unter:

http://www.handybirds.de/am-pleckenbrink.html
http://www.nabu-dortmund.de/
http://www.bund-dortmund.de/joomla/index.php/groups/exkursionen/57-bund-wanderung-am-1112009-in-wickede