Vom Maisacker zum Naturschutzgebiet: Der Pleckenbrinksee in Wickede
(siehe auch NABU Dortmund http://www.nabu-dortmund.de/)Seit
2008 rückt ein Maisacker in Wickede im Mittelpunkt des naturkundliche
Interesses. Hier brüten Flussregenpfeifer und Zwergtauchen, schwimmen
Kolben- und Schellenten, fliegen Sturmmöven und Trauerseeschwalben und
an den Ufern rasten Grünschenkel, Waldwasserläufer und Kampfläufer,
während gleichzeitig ein Wanderfalke Libellen und Mehlschwalben jagt.
Nun
hat ein Maisacker im Normalfall keine Ufer und es schwimmen auch keine
Enten darauf herum. Was ist geschehen? Bei den Maisacker handelt es sich
um ein 80 Jahre altes Bergsenkungsgebiet, das seither durch Drainagen
und eine Pumpe entwässert wurde. Im Herbst 2007 wurde offenbar die
Drainage beschädigt und die Pumpe fiel aus. Dadurch entstand in
kürzester Zeit ein von Grund- und Regenwasser gespeistes Gewässer,
welches sofort von Vögeln, inzwischen aber auch von Teichfröschen,
Bergmolchen, Libellen und vielen anderen Wasserinsekten genutzt wird.
Seit Anfang des Jahres 2008 sammelt der NABU Dortmund Daten über das
Gebiet, was in unmittelbarer Nachbarschaft zum Naturschutzgebiet
Wickeder Ostholz liegt. In einem Jahr konnten hier über 100 Vogelarten
nachgewiesen werden, davon viele Arten der Roten Liste. In der nächsten
Umgebung brüten u.a. Habicht, Kiebitz, Steinkauz, Hohltaube und
Grünspecht. Dies weist das Gebiet als unbedingt erhaltenswert und
schutzwürdig aus.Dieser
Landschaftsraum ist durch die Fortführung der Landesstraße L 663n von
Asseln nach Unna nördlich der Ortslage Wickede bedroht. Die Straße –
besser bekannt unter dem Namen OW IIIa - soll als Umgehungsstraße den
Hellweg entlasten, würde aber nicht nur das NSG Wickeder Ostholz mit
seiner Fauna und Flora, sondern auch ein wichtiges Naherholungsgebiet
zerschneiden und verlärmen.
Weitere
Belastungen für den Naturhaushalt ergeben sich durch die geplanten
Wohnbauflächen zur "Auffüllung" zwischen OW IIIa und den Ortsteilen
Asseln und Wickede (z.B. Ausdehnung des Wohnparks Wickede in einen
geschützten Wiesen-/Heckenbereich).
Hintergrund:
Bergsenkungsweiher entstehen als Folge
des Steinkohlenbergbaus, wenn die Oberfläche unter den
Grundwasserspiegel absinkt. Beispiele in den Dortmund sind in den
Naturschutzgebieten Hallerey, Mastbruch und Beerenbruch zu finden. Da in
Dortmund seit über 20 Jahren keine Kohle mehr abgebaut wird, entstehen
auch keine neue Bergsenkungsgebiete mehr. Für den Schutz des
Plettenbrinksees setzt sich neben dem NABU auch der BUND und die anderen
Naturschutzverbände sowie das Umweltamt ein.
Derzeitiger Sachstand:
Die Unterschutzstellung des
Pleckenbrinksees ist zwischenzeitlich verwaltungsintern erfolgt. Eine
entsprechende Beschlussvorlage wird im Herbst 2010 in den politischen
Gremien diskutiert. Auszuräumen waren Probleme des
Grundstückseigentümers (Minderung der Pachteinnahmen aus der
landwirtschaftlichen Bewirtschaftung). Inwieweit ein Ankauf des Geländes
durch die Stadt erfolgen kann, wird derzeit geprüft.
Weitere Informationen finden Sie unter:
http://www.handybirds.de/am-pleckenbrink.html
http://www.nabu-dortmund.de/
http://www.bund-dortmund.de/joomla/index.php/groups/exkursionen/57-bund-wanderung-am-1112009-in-wickede