Über 250 Bürgerinnen und Bürger haben innerhalb von drei Stunden mit ihrer Unterschrift am Samstag auf dem Mengeder Marktplatz für den Erhalt des Landschaftsraumes Groppenbruch gestimmt. Sie möchten das geplante Gewerbe- und Industriegebiet südlich Königsheide verhindern.
Von einem vollen Erfolg sprachen die Organisatoren - BUND, NABU, AGARD und Grüne - . „Mit einer solchen Unterstützung der Mengeder haben wir nicht gerechnet. Die Kritikpunkte aus den Jahren 2003/2004 sind nach wie vor überzeugend ", so Thomas Quittek, Sprecher der BUND-Kreisgruppe Dortmund.
Gute Argumente sprechen für den Erhalt des Gebietes nördlich der A 2, östlich des Dortmund-Ems-Kanals. Dr. Erich Kretzschmar, 1. Vorsitzender des NABU Dortmund: „In dem Gebiet sind in diesem Jahr bereits über 70 Vogelarten gesichtet worden, davon stehen 15 Arten auf der Roten Liste der gefährdeten Arten, wie Feldlerche und Kiebitz.". Am Samstagvormittag waren zudem 10 Weißstörche auf ihrem Zug im Gebiet Groppenbruch gesichtet worden.
Mario Krüger, Fraktionssprecher der Bündnisgrünen im Rat, erläuterte anhand vorliegender Gutachten der Wirtschaftsförderung und des Regionalverbandes Ruhr, dass noch 320 Hektar Flächenreserven für Gewerbe und Industrie im Stadtgebiet vorhanden sind. Im Dortmunder Nordwesten allein 49.000 qm auf der ehemaligen Zeche Hansa (Huckarde), 32.000 qm auf Minister Stein in Eving und 45.000 am in Dorstfeld-West. Gewerbeflächen auf der grünen Wiese sind also gar nicht erforderlich.
Die Naturschützer planen weitere Aktionen, u.a. eine Wanderung durch das Gebiet Groppenbruch am 19. September. Zugesagt haben auch der Chef der Dortmunder Wirtschaftsförderung, Udo Mager und der grüne Umweltdezernent Wilhelm Steitz.
Westfälische Dortmund Nord-West vom 13.08.2010, Norbert Jacobs
Unterschriftenaktion Groppenbruch unbedingt erhalten
Mengede/Groppenbruch.
Gemeinsam mit den Mengeder Bündnisgrünen wollen die ortsansässigen
Landwirte sowie die Naturschutzverbände in Groppenbruch ein Gewerbe- und
Industriegebiet verhindern. Mehrere Aktionen sind geplant. Am Samstag,
14. August - 9 bis 12 Uhr - ist ein Infostand auf dem Mengeder
Marktplatz vorgesehen. Unterschriftenlisten liegen dort aus.
Mitglieder von Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland,
Naturschutzbund Deutschland (NABU) und den Grünen informieren mit
aktuellen Infotafeln über den ökologischen Wert des betroffenen
Landschaftsraumes und weisen anhand von Statistiken und Fotos darauf
hin, dass noch genügend Gewerbeflächenreserven auf Altstandorten im
Stadtgebiet vorhanden seien. Rückblick: Am 8. Juli hatten SPD, CDU und
FDP im Rat der Stadt Dortmund beschlossen, die in 2004 eingestellten
Planungen zur Ausweisung eines rund 30 Hektar großen Gewerbegebietes im
Groppenbruch wieder aufzunehmen. Ein reich strukturierter Freiraum in
unmittelbarer Nachbarschaft zu den drei Naturschutzgebieten würde damit
unwiderruflich zerstört, sagen Bund und Nabu unisono. Neben Ackerflächen
für die Landwirtschaft ginge ein wichtiger Lebensraum für bedrohte
Tier- und Pflanzenarten verloren, so der einhellige Tenor.
Infoveranstaltung
Die
Fläche Groppenbruch, unterstreicht der Sprecher der Bund-Kreisgruppe
Dortmund, Thomas Quittek, sei von einem hohen ökologischen Wert. Nach
einer Bestandsaufnahme der Naturschutzverbände, so Quittek, brüteten
hier rund bedrohte 15 Vogelarten. Als Beispiele nennt der Experte
Kiebitz, Wiesenpieper oder Feldschwirl, die auf der Liste der
gefährdeten Arten stünden. Bemerkenswert, so Quittek weiter, sei die
Brut des seltenen Neuntöters, einer vom Aussterben bedrohten Vogelart.
Das beabsichtigte Gewerbegebiet liegt zwischen dem Naturschutzgebiet
Groppenbruch und dem renaturierten Herrentheyer Bach südlich der
Königsheide.
Mit dem brisanten Thema „Groppenbruch" setzt sich
auch immer wieder die Mengeder Bezirksvertretung auseinander. Die Grünen
sind angefressen über die Haltung ihres Koalitionspartners SPD.
Zoff zwischen Rot-Grün
Die
Sozialdemokraten nämlich können sich eine Gewerbeansiedlung auf dem 30
Hektar großen Areal durchaus vorstellen. Werner Locker will aber nur
Gewerbe, keine Industrie-Ansiedlung. In diesem Zusammenhang, erklärt der
SPD-Fraktionschef weiter, müssten aber Ausgleichsflächen her. Des
Weiteren sei darauf zu achten, bei der Erschließung an Wander- und
Radwege zu denken. Überdies bringe Kleingewerbe auch neue Arbeitsplätze.