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16.11.2010: Grüne fordern eine Analyse für das Gewerbegebiet Groppenbruch

Westfälische Rundschau vom 16.11.2010, Stadtteilnachrichten Mengede


Umwelt hat das letzte Wort, Grüne fordern eine Analyse für das Gewerbegebiet Groppenbruch

Mengede. Umweltgutachten gehören zum Verfahren, wenn Planungen für ein interkommunales Gewerbegebiet Groppenbruch konkret werden. Die Grünen wollen sicher gehen, dass nicht alte Daten die Basis sind. Sie fordern eine aktuelle wissenschaftliche Analyse von Flora und Fauna.

Natürlich sei eine Bestandsaufnahme „vom Verfahren her vorgesehen", sagte Grünen-Sprecherin Isabella Knappmann jetzt in der Bezirksvertretung (BV) Mengede. Aber: „Bislang liegen keine ausreichend aktuellen und detaillierten Angaben zum Fauna- und Florabestand vor", heißt es im Antrag von Grünen und SPD. „Für eine eventuelle Ausweisung und Entwicklung eines Teils des Groppenbruchs zu einem interkommunalen Gewerbegebiet, einer kleingewerblichen oder industriellen Nutzung ist dies jedoch maßgeblich entscheidend." Zudem könnten auf Basis eines aktuellen Gutachtens „Maßnahmen zum Schutz der Tier- und Pflanzenpopulation sowie des notwendigen Biotopnetzes auf einer fundierten Datenlage entwickelt werden", so der von Isabella Knappmann und Werner Locker unterzeichnete Antrag. Dass den Grünen am liebsten wäre, wenn aus ökologischen Gründen komplett auf das interkommunale Gewerbegebiet (mit Lünen) verzichtet, hatten sie bereits mehrfach deutlich gemacht -auch in der BV.

Industriegebiet möglich

Die Mengeder SPD will dort, so ihre bisherige Position, keine Ansiedlung von Industrie, kann sich aber Gewerbe- bzw. Verkaufsflächen durchaus vorstellen. Deshalb war die Koalition zwischen den Partnern im Sommer zwischenzeitlich leicht ins Wanken gekommen.

Und Werner Locker, SPD-Sprecher in der BV, war kürzlich auch mit von der Partie, als SPD-Fraktionschef Ernst Prüsse bei einem Ortstermin die Ausweisung des Groppenbruchs als GI-Fläche gefordert hatte. Dies würde auch Industrieansiedlungen ermöglichen. Eine GI-Fläche, hatten bei dem Termin SPD-Politiker aus Dortmund und Lünen argumentiert, sei vor allem auch Voraussetzung für die Ansiedlungvon Unternehmen, die im Schichtbetrieb arbeiten.

Er sei, sagte in der BV Mengede hierzu jetzt CDU-Sprecher Joachim Farnung, „ein bisschen aufgeschreckt", als er dies gelesen habe. „Vom Gewerbegebiet zum Industriegebiet - das ist etwas, das uns nicht gefällt", so Farnung. Und der FDP-Bezirksvertreter und Landwirt Karl-Heinz Hubbert betonte: „Ich lehne das aus Sicht der Landwirtschaft ab". Hubbert würde sich freuen, wenn bei dem Umweltgutachten „etwas herauskommen würde, was das Gewerbegebiet verhindern würde".